Wallbox mit erschrockenem Gesicht an einem dunklen, windstillen Oktoberabend – „Wer hätte ahnen können, dass es im Oktober dunkel wird?“

Dunkelflaute: Börsenstrom in vier Tagen 24-mal teurer – so laden Sie Ihr E-Auto trotzdem günstig

Wer hätte ahnen können, dass es im Oktober dunkel wird? Spaß beiseite: Die erste längere Dunkelflaute der Heizsaison hat den deutschen Strommarkt in dieser Woche kräftig durchgeschüttelt. Wenig Wind, kaum Sonne – und plötzlich kostet Strom an der Börse ein Vielfaches. Was heißt das für alle, die ein E-Auto laden?

Die Zahlen: von 13 auf 315 Euro je Megawattstunde

Laut SMARD, dem Datenportal der Bundesnetzagentur, lag der durchschnittliche Day-Ahead-Preis für Deutschland/Luxemburg am Sonntag, 25. Oktober, bei nur 13,12 €/MWh. Danach ging es steil bergauf:

Tag Tagesmittel Day-Ahead (DE-LU)
Sa, 24.10.2026 30,12 €/MWh
So, 25.10.2026 13,12 €/MWh
Mo, 26.10.2026 116,57 €/MWh
Di, 27.10.2026 155,11 €/MWh
Mi, 28.10.2026 249,21 €/MWh
Do, 29.10.2026 314,85 €/MWh
Fr, 30.10.2026 268,62 €/MWh

Der 29. Oktober war damit der teuerste Tag des Jahres 2026 – rund 24-mal so teuer wie der Sonntag davor (wobei Sonntag und Werktag natürlich unterschiedlich viel Strom brauchen). Am Abend wurde es besonders deutlich: Die Stunde von 17 bis 18 Uhr kostete 559,63 €/MWh, eine einzelne Viertelstunde sogar 574,28 €/MWh. Selbst die günstigste Stunde des Tages lag noch bei 231 €/MWh.

Warum ist Strom gerade so teuer?

Wenn Wind- und Solaranlagen kaum liefern, müssen vor allem Gaskraftwerke einspringen. Und Gas ist teuer: Der europäische Gaspreis hat nach Bloomberg-Angaben erstmals seit der Energiekrise 2022 wieder die Marke von 100 €/MWh überschritten. Das treibt den Strompreis an der Börse – besonders in den Abendstunden, wenn viele gleichzeitig kochen, heizen und nach Hause kommen.

Was das für Ihr E-Auto bedeutet

Die gute Nachricht: Der Börsenpreis ist nicht Ihr Haushaltstarif. Die meisten Versorger kaufen langfristig ein. Wer aber einen dynamischen Stromtarif hat, spürt solche Tage direkt – im Guten wie im Schlechten. Und auch bei festen Tarifen zeigt sich: Der Zeitpunkt des Ladens macht einen Unterschied.

Laut Wattglobe kosteten 100 km mit zu Hause geladenem Strom in Deutschland zum Durchschnittspreis der letzten 30 Tage rund 7,32 €. Wer nur in den vier günstigsten Stunden jedes Tages lädt, zahlte 6,02 €. Auf 15.000 km im Jahr sind das 1.097 € gegenüber 902 €.

Unsere Tipps für die dunkle Jahreszeit

  • Gesteuert laden statt sofort laden: Abfahrtszeit und Wunsch-Ladestand in Wallbox oder Auto einstellen – die Steuerung sucht die günstigen Stunden. Die teuren Abendspitzen meiden.
  • Dynamischen Tarif bewusst nutzen: Er lohnt sich vor allem mit smarter Steuerung, die auf die Preise für den nächsten Tag reagiert.
  • Wallbox nach § 14a EnWG anmelden: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen bekommen ein reduziertes Netzentgelt – das spart unabhängig vom Börsenpreis.
  • PV-Überschuss mitdenken: Im Winter liefert die Solaranlage weniger, aber jede selbst erzeugte Kilowattstunde ist an solchen Tagen besonders wertvoll. PV-Überschussladen holt das Maximum heraus.

Sie möchten günstiger und smarter laden?

Ob Wallbox für Zuhause, Firmenwagen oder Fuhrpark: Wir von e-MOTION.world beraten Sie gern dazu, wie gesteuertes Laden, § 14a und PV bei Ihnen zusammenspielen. Sprechen Sie uns an – unverbindlich und persönlich.

Quellen