Lademarkt Q3/2026: Öffentliche AC-Säulen laden seltener als einmal am Tag
24,5 Millionen öffentliche Ladevorgänge im dritten Quartal, gut 70 Prozent davon am Schnelllader. Der durchschnittliche AC-Ladepunkt kommt auf weniger als einen Ladevorgang pro Tag. Für Unternehmen, WEGs und Hotels im Main-Taunus-Kreis heißt das: Laden dort, wo das Auto ohnehin steht.
Erstmals Nutzungsdaten statt nur Ausbauzahlen
Über Ladeinfrastruktur wird meist in Stückzahlen gesprochen: Wie viele Ladepunkte gibt es, wie schnell wächst das Netz? Der Datendienst ChargePointRadar hat jetzt erstmals einen Quartalsbericht vorgelegt, der etwas anderes misst, nämlich die tatsächliche Nutzung.
Der Lademarkt-Report Q3/2026 wertet den Zeitraum vom 1. Juli bis 30. September aus. Grundlage sind die Statusdaten von mehr als 175.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten in Deutschland. Insgesamt erfasste ChargePointRadar rund 24,5 Millionen Ladevorgänge.
Schnelllader dominieren, AC-Säulen stehen oft still
70,9 Prozent aller erfassten Ladevorgänge entfielen auf DC-Schnellladepunkte, obwohl diese nur rund ein Drittel der erfassten Infrastruktur ausmachen. Ein DC-Ladepunkt kam im Schnitt auf 305,5 Ladevorgänge im Quartal, ein AC-Ladepunkt auf lediglich 59,9.
59,9 Ladevorgänge in gut 90 Tagen bedeuten: Der durchschnittliche öffentliche AC-Ladepunkt wird seltener als einmal täglich genutzt. Ein DC-Ladepunkt wird damit im Schnitt etwa fünfmal so häufig genutzt. Auch bei AC gibt es große Unterschiede: Laut Report liegt Kaufland mit 232,9 Ladevorgängen je Ladepunkt vorn, gefolgt von Lidl mit 164,9. Der Standort entscheidet also mit über den Erfolg.
Main-Taunus-Kreis: dichtes Netz, aber nicht die ganze Antwort
Am Ausbau mangelt es in unserer Region nicht. Im Ladesäulenatlas 2026 des Energieunternehmens 1Komma5° liegt der Main-Taunus-Kreis mit rund 281 öffentlichen Ladepunkten je 100 Quadratkilometer auf Platz drei aller 294 Landkreise, hinter Mettmann und Böblingen. Bundesweit zählt die Auswertung auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur 209.136 öffentliche Ladepunkte, rund 24 Prozent mehr Ladenetz-Dichte als im Vorjahr.
Die Flächendichte sagt allerdings wenig darüber, ob ein Ladepunkt genutzt wird oder ob er zum Alltag der Fahrerinnen und Fahrer passt. Private Wallboxen und Ladepunkte auf Betriebsgeländen tauchen in dieser Statistik gar nicht auf.
Was das für Unternehmen, WEGs und Hotels bedeutet
Die Daten bestätigen, was wir in Projekten im Rhein-Main-Gebiet täglich sehen: Langsames AC-Laden funktioniert dort am besten, wo das Auto sowieso mehrere Stunden steht.
- Zu Hause und in der WEG: Über Nacht am eigenen Stellplatz laden, ohne Suche, ohne fremde Ad-hoc-Tarife.
- Am Arbeitsplatz: Dienst- und Mitarbeiterfahrzeuge laden während der Arbeitszeit. Die Abrechnung lässt sich sauber trennen.
- Im Hotel: Gäste parken über Nacht. Eine Wallbox auf dem Hotelparkplatz wird zum Service, nicht zur Säule, die tagsüber auf Kundschaft wartet.
Eine öffentliche AC-Säule „irgendwo“ ist dagegen selten ein Geschäftsmodell. Wer Ladepunkte plant, sollte zuerst fragen: Wer parkt hier wie lange, und wer soll laden dürfen?
Fazit
Der öffentliche Markt wächst, und Schnelllader an Achsen und Handelsstandorten sind gut ausgelastet. Für den Alltag gewinnt aber das Laden am Stellplatz. Wenn Sie für Ihr Unternehmen, Ihre Wohnungseigentümergemeinschaft oder Ihr Hotel prüfen wollen, welche Ladelösung zu Ihren Parkzeiten passt, sprechen Sie uns an. Wir beraten herstellerunabhängig und regional im Main-Taunus-Kreis und im Rhein-Main-Gebiet: Beratung bei e-MOTION.world anfragen.
Quellen
- ChargePointRadar: Lademarkt-Report Q3/2026, Pressemitteilung vom 06.10.2026, PDF
- 1Komma5°: Ladesäulenatlas 2026, 05.10.2026, 1komma5.com
- electrive: „Stuttgart und Mettmann führen beim Ladepunkt-Ausbau“, 05.10.2026, electrive.net
- Süddeutsche Zeitung: Bericht zum Ladesäulenatlas, 04.10.2026, sueddeutsche.de

